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Psychische Probleme: Ein Tabu in der Arbeitswelt

June 19, 2017

Menschen mit psychischen Problemen sind schon bei einem Bewerbungsgespräch im Dilemma. Sprechen sie darüber, sinken ihre Chancen auf eine Anstellung stark. Lassen sie ihr Gegenüber im Dunkeln, laufen sie hingegen Gefahr, den Job deswegen zu verlieren.

 

Jeder Fünfte erleidet während seiner beruflichen Laufbahn eine grösstenteils leichtere psychische Erkrankung. Bei 75% der Betroffenen wirkt sie sich negativ auf die Arbeitsleistung aus. Laut einer Studie der Psychiatrie Baselland und der Hochschule Luzern belasten betroffene Mitarbeiter auch Arbeitskollegen und Vorgesetzte.

 

Von 1’524 befragten Führungspersonen haben 80% eine Situation mit psychisch Auffälligen erlebt. Sie wurden meist als extrem oder sehr belastet wahrgenommen. In einem Drittel der Fälle wurde das Problem dennoch nicht angesprochen. Psychische Erkrankungen enden gemäss Studie oft in Langzeitabsenzen, Klinikaufenthalten und in zwei Dritteln der Fälle in Kündigungen.

                        

Die Tabuisierung des Themas ist weit verbreitet. Selbst bei schwerwiegenden Problemen wurde in der Regel versucht, diese im engsten Kreis zu bewältigen – fast nie drangen sie zu den Personalverantwortlichen durch. Nur in jedem fünften Fall wurden die behandelnden Ärzte kontaktiert.

 

Gemäss den Studienautoren werden psychische Probleme häufig zu spät erkannt – oder man reagiert erst, wenn Suchtprobleme, Konflikte oder ein akuter Leistungsabfall erkennbar werden.

 

Führungspersonen, HR Manager, Versicherungen und Behörden müssen für die Thematik sensibilisiert werden. Es gibt gut ausgebaute Massnahmen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, bei psychischen Belastungen fehlen sie jedoch weitestgehend.

 

Psychische Erkrankungen im Zusammenhang mit Stress am Arbeitsplatz werden aus Sicht der Studienautoren allerdings noch zu eng gefasst. Drei Viertel aller psychischen Störungen beginnen bereits vor dem 25. Lebensjahr. Laut der Studie hat die Erwerbstätigkeit jedoch einen stark stabilisierenden Effekt auf die Psyche, weil sie Tagesstruktur, sozialen Kontakt und Identität bietet.

 

 

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