Lebensqualität zunehmend wichtiger als Karriere-Erfolg

Karriere ist nicht mehr die definition von Erfolg

Vor einer Weile belauschte ich im Tram ein junges Paar Mitte 20. „Ich will einfach unbedingt erfolgreich sein“, sagte er. „Neinein, Geld ist doch nicht das Wichtigste“, murmelte sie aus ihrem dicken Winterschal hervor. „Das meine ich auch nicht“ entgegnete er, „ich will nicht besonders viel Geld haben oder ganz schnell Chef sein. Ich will Erfolg haben, nachhaltig.“

Soeben hat LinkedIn die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage veröffentlicht, welche sich genau mit dieser Thematik befasst. Das Karrierenetzwerk hat von je ca. 1000 Männern und Frauen erfahren, was für sie Erfolg heisst. Dabei stellte sich heraus, dass ein Fünftel der Befragten die traditionelle Definition von Erfolg für veraltet hält.

Im Vordergrund stehen heute für viele Arbeitnehmer nicht mehr Karriereerfolg und ein möglichst hohes Gehalt. Laut der Umfrage verbinden sie Erfolg vielmehr damit, glücklich zu sein, und wählen auch ihren Arbeitsplatz zunehmend danach aus, wie gut er sich mit dem Privatleben vereinbaren lässt. Darauf deutet auch eine Jobstudie von Ernst & Young aus dem Jahr 2016, welche die Motivation und Zufriedenheit von Schweizer Arbeitnehmern untersuchte.

Ein hohes Salär schaffte es nicht einmal in die Top 3. Sowohl für Männer als auch für Frauen sei die mit Abstand wichtigste Motivation im Job ein gutes Verhältnis zu den Kollegen, gefolgt von einer spannenden Tätigkeit und flexiblen Arbeitszeiten.

Es scheint an der Zeit, die Vorstellung von Erfolg = Aufstieg auf der Karriereleiter über Bord zu werfen.

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